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HISTORIE · SEIT 1906 · IDAR-OBERSTEIN

Historie

Gegründet 1906 in Idar-Oberstein — der Stadt, die vom Stein lebt. Heute entwirft und liefert Ernst Stein Schmuck für den Fachhandel in Europa: Gold und Silber mit Diamanten, Farbedelsteinen und Perlen, dazu Siegelringe mit traditioneller Gravur aus Idar-Oberstein.Gegründet 1906 in Idar-Oberstein — der Stadt, die vom Stein lebt. Heute entwirft und liefert Ernst Stein Schmuck für den Fachhandel: Gold und Silber mit Edelsteinen und Perlen, dazu Siegelringe mit traditioneller Gravur aus Idar-Oberstein.

Idar-Oberstein, Heimat der Schmuck- und Edelsteinindustrie
1906

Gründung in Oberstein

1906 gründet Ernst Stein in Oberstein an der Nahe sein eigenes Haus. Im Handelsregister steht die Firma seit dem 18. Mai. Oberstein und das benachbarte Idar zählen damals zu den vier großen Schmuckzentren Deutschlands, neben Pforzheim, Hanau und Schwäbisch Gmünd: in Oberstein die metallverarbeitenden Betriebe für Bijouterie, in Idar die Edelsteinschleifer. Die junge Firma fertigt Manschettenknöpfe, Kragenknöpfe und Bijouterie und ist von Anfang an zweimal im Jahr auf der Leipziger Messe, Frühjahr und Herbst. Aus diesem Takt wird die Konstante der nächsten Jahrzehnte.1906 gründet Ernst Stein in Oberstein an der Nahe sein eigenes Haus. Im Handelsregister steht die Firma seit dem 18. Mai. Oberstein zählt damals zu den vier großen Schmuckzentren Deutschlands. Die junge Firma fertigt Manschettenknöpfe, Kragenknöpfe und Bijouterie und ist zweimal im Jahr auf der Leipziger Messe. Aus diesem Takt wird die Konstante der nächsten Jahrzehnte.

Blick über Oberstein an der Nahe um 1900: dichte Wohn- und Fabrikbebauung vor dem Burgfelsen
Oberstein um 1900, wenige Jahre vor der Gründung.
Mehr aus der Chronik

Die Obersteiner Schmuckindustrie arbeitet von jeher kaufmännisch straff: eigene Kalkulation, eigener Versand, ein ausgebauter Außendienst. Dazu ein ungeschriebenes Gesetz des Platzes: Was bestellt war, wurde abgenommen, auch wenn der eigene Auftrag storniert wurde. Verlässlichkeit war hier Geschäftsgrundlage, lange bevor sie in Verträgen stand.

Der Firmenname „Ernst Stein Wilh. Sohn“ ist ein Patronym: Ernst Stein, Wilhelms Sohn. In den dreißiger Jahren stellt die Firma im Leipziger Messehaus Specks Hof aus, dem Haus der Leder-, Galanterie- und Schmuckwaren — 1936 zum 60. Mal.

Die Obersteiner Schmuckindustrie arbeitet von jeher kaufmännisch straff: eigene Kalkulation, eigener Versand, ein ausgebauter Außendienst. Dazu ein ungeschriebenes Gesetz des Platzes: Was bestellt war, wurde abgenommen. Verlässlichkeit war hier Geschäftsgrundlage, lange bevor sie in Verträgen stand.

Holzstich: Achatschleifer liegen bäuchlings auf Holzböcken über den rotierenden Schleifsteinen
Achatschleifer in Oberstein, Holzstich aus dem 19. Jahrhundert — die Industrie, in die das Haus hineingegründet wurde.
1914–1918

Acht Jahre nach der Gründung geht Ernst Stein als deutscher Soldat in den Ersten Weltkrieg, unter anderem nach Verdun. Er wird verwundet und ausgezeichnet.

1932

Neuausrichtung in der Krise

Vierzehn Jahre später steht die Branche still. Die Weltwirtschaftskrise trifft Oberstein hart, die Jahre 1929 bis 1935 gelten als ihr Tiefpunkt. 1932 tritt Albert Ruppenthal, Edelsteinhändler aus Mörschied, als Teilhaber ein. Ernst Stein senior übergibt an seinen achtzehnjährigen Sohn Fritz, der dafür eigens für volljährig erklärt wird: mit achtzehn Teilhaber in der schwersten Zeit, die das Gewerbe kennt. Die Antwort ist keine Sparrunde, sondern eine Richtung. Das Haus richtet sein Sortiment neu aus, weg von den billigsten Massenartikeln, hin zu Schmuck.Vierzehn Jahre später steht die Branche still. Die Weltwirtschaftskrise trifft Oberstein hart, 1929 bis 1935 gelten als ihr Tiefpunkt. 1932 tritt Albert Ruppenthal, Edelsteinhändler aus Mörschied, als Teilhaber ein, Ernst Stein senior übergibt an seinen achtzehnjährigen Sohn Fritz. Die Antwort ist keine Sparrunde, sondern eine Richtung: weg von den billigsten Massenartikeln, hin zu Schmuck.

Vitrine mit geschliffenen Manschettenknopfteilen, Knopfsteinen und langen Haarnadeln
Manschettenknopfteile, Knopfsteine und Haarschmuck aus Idar-Oberstein — die Warenwelt, aus der das Haus in den Schmuck hineinwuchs.
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Dahinter stehen zwei Entscheidungen: Das Sortiment wandert nach oben, die einfachsten Massenartikel fallen aus dem eigenen Programm. Und es wird in Richtung Schmuck erweitert. Unter den neuen Teilhabern firmiert das Haus als „Ernst Stein Wilh. Sohn Nachf.“.

Die Rechnung geht auf. Zu den Kunden zählen die großen Warenhäuser der Zeit, darunter Wertheim und Hermann Tietz, sowie die führenden Grossisten in Frankfurt, Berlin und Pforzheim. Getragen wird das Geschäft von der Leipziger Messe und einer ständigen Reisetätigkeit durch Deutschland und die Niederlande. Der Takt ist eng: etwa halbjährlich eine neue Kollektion, jede mit eigenen Werkzeugen. Firmensitz ist das Haus Hauptstraße 297 in Oberstein.

Das Sortiment wandert nach oben. Zu den Kunden zählen die großen Warenhäuser der Zeit und die führenden Grossisten in Frankfurt, Berlin und Pforzheim. Der Takt ist eng: etwa halbjährlich eine neue Kollektion, jede mit eigenen Werkzeugen. Firmensitz ist die Hauptstraße 297.

1936–1945

Verfolgung

Ernst Stein war eine jüdische Firma. 1936 wird für Fritz Stein die Ausreise nach England vorbereitet. Im Dezember 1937 meldet ihn das Polizeiamt Idar-Oberstein nach London ab. 1938 wird dem Unternehmen ein „arischer Teilhaber“ aufgezwungen, 1939 wird es geschlossen. Der aufgezwungene Teilhaber scheidet danach wieder aus. Ernst Stein senior, Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs, verwundet und ausgezeichnet, blieb in Oberstein. Am 30. April 1942 wurde er von Koblenz aus deportiert. Er wurde für tot erklärt.

Wir nennen das hier, weil es zur Geschichte dieses Namens gehört.

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Der NS-Bürokratie galt die Firma als „halbarisch“. Juden durften nicht für „arische“ Firmen arbeiten — in dieser Einstufung blieben jüdische Beschäftigte im Betrieb. Bei Kriegsbeginn 1939 werden in Idar-Oberstein alle Betriebe der Edelstein- und Schmuckwarenindustrie stillgelegt, die nicht kriegswichtig produzieren. Ernst Stein Wilh. Sohn wird sofort geschlossen.

Fritz Stein reist mit einer Musterkollektion über Amsterdam nach England. Die Kollektion bleibt in der Gepäckaufbewahrung des Amsterdamer Bahnhofs zurück.

Der NS-Bürokratie galt die Firma als „halbarisch“. Juden durften nicht für „arische“ Firmen arbeiten — in dieser Einstufung blieben jüdische Beschäftigte im Betrieb. Fritz Stein reist mit einer Musterkollektion über Amsterdam nach England.

1945–1953

Neun Jahre lang ruht die Firma. Das Haus Hauptstraße 297 geht an Fritz Stein zurück. In England ist er zu einem erstklassigen Fachmann für Modeschmuck geworden und importiert früh wieder große Mengen Obersteiner Ware nach Großbritannien.Neun Jahre lang ruht die Firma. Das Haus Hauptstraße 297 geht an Fritz Stein zurück. In England ist er zu einem erstklassigen Fachmann für Modeschmuck geworden.

1954

Neuanfang zu zweit

Fritz Stein überlebte das Exil. 1954 rufen er und Paul Ruppenthal die ruhende Firma wieder ins Leben, jeder übernimmt die Hälfte. Man beginnt klein, mit zwei Beschäftigten, aber mit einem klaren Ziel: Silberschmuck und Goldbijouterie. Leipzig fällt als Messeplatz weg, Frankfurt wird der neue: 1955 zeigt Ernst Stein dort wieder eigene Ware. Der Takt von zwei Messen im Jahr ist zurück.Fritz Stein überlebte das Exil. 1954 rufen er und Paul Ruppenthal die ruhende Firma wieder ins Leben, jeder übernimmt die Hälfte. Man beginnt klein, mit zwei Beschäftigten, aber mit einem klaren Ziel: Silberschmuck und Goldbijouterie. Der Takt von zwei Messen im Jahr ist zurück.

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Gestartet wird mit Modeschmuck — die Basis, von der aus das Sortiment planmäßig nach oben wächst: erst Silberschmuck, dann Goldbijouterie.

1955 steht Ernst Stein in Frankfurt gemeinsam mit A. Ruppenthal auf einem Stand — Steine und Schmuck aus einer Hand. Die Kundschaft wird neu aufgebaut, überwiegend mit Kunden, die das Haus noch nicht kannten.

1954–1985

Aufbau

In drei Jahrzehnten wächst Ernst Stein wieder zu einem soliden Haus der Schmuckbranche. 1985 scheidet Fritz Stein aus Altersgründen und in Freundschaft aus, nach mehr als fünfzig Jahren im Unternehmen. Mit ihm endet die Beteiligung der Familie Stein.

Gedruckter Firmeneintrag: Ernst Stein Wilh. Sohn Nachf., Moderne Schmuckwaren, Hauptstraße 179, Idar-Oberstein
Firmeneintrag mit dem alten Namen und dem Zusatz „Moderne Schmuckwaren“ — einer der wenigen zeitgenössischen Drucknachweise.
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Die Firmierung führt in dieser Zeit den Zusatz „Moderne Schmuckwaren“. Ab 1955 verlagert sich das Sortiment planmäßig vom Modeschmuck zu Silberschmuck und Goldbijouterie — die Linie, die das Haus bis heute prägt.

In den sechziger Jahren wird das Sortiment zum ersten Mal in einer eigenen Ausstellung gezeigt statt aus dem Musterkoffer. Daraus wachsen die Ausstellungsräume, die bis heute täglich von Fachkunden besucht werden. Fritz Stein bleibt in London, wo er sein eigenes Geschäft führt. Die Verantwortung vor Ort trägt Paul Ruppenthal.

Die Firmierung führt den Zusatz „Moderne Schmuckwaren“. In den sechziger Jahren wird das Sortiment erstmals in einer eigenen Ausstellung gezeigt. Daraus entwickeln sich die Ausstellungsräume für Fachkunden.

1982

Eigenständig im Verbund

Der Name bleibt. Seit 1982 gehört Ernst Stein als Tochterunternehmen zur A. Ruppenthal KG, dem Idar-Obersteiner Edelsteinhaus. Sortiment, Gestaltung und Name bleiben eigenständig, und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Sieben geschnittene Siegelsteine mit Wappen und verschlungenen Monogrammen
Geschnittene Wappen und Monogramme aus Idar-Oberstein — das Gravurhandwerk, das Ernst Stein bis heute fortführt.
Heute

Mainzer Straße 104

Seit 2010 sitzt Ernst Stein in der Mainzer Straße 104, dort, wo 1906 alles begann. Die Anschriften wechselten über die Jahrzehnte, der Stadtteil nie: Hauptstraße 297, später Hauptstraße 179, dann Mainzer Straße 150. 2020 wurde aus dem Einzelunternehmen die Ernst Stein KG, geführt in sechster Generation. Das Sortiment reicht von Gold 585 und 750 über Sterlingsilber und vergoldetes Silber bis zu Edelstahl und Titan, veredelt mit Diamanten, Farbedelsteinen und Perlen. Dazu Siegelringe mit Wappen- und Monogrammgravur, traditionell von Hand in Idar-Oberstein graviert. Beliefert wird ausschließlich der Fachhandel: über den B2B-Shop, den Außendienst, die Verkaufsbüros und den Ausstellungsraum am Sitz. Aus Manschettenknöpfen und zwei Messen im Jahr ist ein Sortiment für die Vitrine des Fachhändlers geworden.Seit 2010 sitzt Ernst Stein in der Mainzer Straße 104, dort, wo 1906 alles begann. Das Sortiment reicht von Gold 585 und 750 über Sterlingsilber und vergoldetes Silber bis zu Edelstahl und Titan, veredelt mit Diamanten, Farbedelsteinen und Perlen. Dazu Siegelringe mit traditioneller Gravur aus Idar-Oberstein. Aus Manschettenknöpfen und zwei Messen im Jahr ist ein Sortiment für die Vitrine des Fachhändlers geworden.

Drei moderne Siegelringe in Gold und Silber, zwei mit Wappengravur, einer mit blauem Lagenstein
Siegelringe von heute: Wappen- und Monogrammgravur in Gold und Silber, traditionell von Hand in Idar-Oberstein graviert.
120 Jahre Idar-Oberstein

Was 1906 begann, entwerfen wir heute für den Fachhandel.

Sortiment, Auswahlsendungen und Konditionen für Wiederverkäufer — im Shop oder im Gespräch mit unserem Außendienst.Sortiment, Auswahlsendungen und Konditionen für Wiederverkäufer.